Die Allgemeine Grundausbildung ist zu Ende!
Heute ist offiziell meine Zeit als “AGAnaut” zu Ende.
Ich wurde in meine neue Stammeinheit verlegt und habe dort bereits den ersten Tag verlebt. Leider hat sich der “Wohnstandard” verschlechtert, aber ich hoffe das sich im großen und ganzen das Leben bei der Bundeswehr verbessert hat.
Nicht nur eine neue Stube, auch neue Stubenkameraden habe ich dazu gewonnen. Auch wenn die nächste Zeit (wahrscheinlich) besser wird als die Allgemeine Grundausbildung, trauer ich dieser aber jetzt schon nach. Ich denke es wird eine Sache der Eingewöhnung sein …
Nunja, wie war meine allgemeine Grundausbildung …
sie war zwar oft sehr anstrengend (langer Tag, viel Sport, viel Geländeausbildung) aber sie war auch spaßig. Nach Dienstschluss hat man immer noch genug mit den Kameraden rumgealbert und viel Gelacht.
Man hat auch sehr viel über seinen Körper gelernt: Wo ist meine Belastungsgrenzen, und wie schnell kann man diese anheben?
Aber es gibt auch einige “dunkle” Momente: das Liegen in nassen und kalten Stellungen im Biwak, das Schlafen bei –6°C in feuchten Klamotten, das “Gleiten” in die Stellungen, der Gefechtsdienst (Fertigmachen zum Sprung, Sprung, Marsch Marsch, Stellung) auf einer nassen Wiese mit vielen Wasserlöchern …
Aber auch diese Momente lassen sich abends im frisch bezogenen warmen Bett und den allabendlichen Schabernack mit dem Kameraden vergessen. Das interessanteste an der Bundeswehr, bzw. der AGA ist die Kameradschaft. Menschen, mit den man vorher nichts zu tun hatte sind auf einmal deine Kameraden. Sie leiden genauso wie du und machen genau das gleiche durch. Und wenn einer etwas schwacher als die Gruppe ist, dann bekommt er gleich helfende Arme von jedem. Auch wenn man nach Dienstschluss einen Kameraden nicht mag – im Dienst weiß man das man sich jederzeit auf ihn verlassen kann. Wenn man in der Patsche sitzt, ist er für dich da – immer.
Das ist ein Gefühl, was “Zivildienstleistende” und “Kriegsdienstverweigerer” niemals kennen lernen werden. Ich bin froh es kennengelernt zu haben. Kameradschaft ist das wichtigste beim Bund. Jeder Bundie/AGAnaut wird den Paragraph 12 verfluchen/schätzen.
Klar sind die Ausbilder meistens der “Arsch”. Schließlich trietzen sie einen ja das zu machen, was man auf keinen Fall will. Aber man ganz ehrlich: Wer macht aus freien Stücken jeden morgen ca. 60 Sit-Ups, 60 Liegestütz und anderen Frühsport? Wer geht freiwillig ohne Ziel über seine Leistungsgrenze und rennt bis er vor Erschöpfung erbrechen muss? – Niemand.
Und genau deswegen muss ich hier ein Lob aussprechen. Der Ausbilder erreicht durch Schikane, Quälerei und sog. “Dumm-Fick” (Bundeswehrbegriff), das ihn ALLE hassen. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort “Wenn mich jemand nach der Ausbildung mag, dann habe ich etwas falsch gemacht.” Und das stimmt auch. Ich könnte mir nicht vorstellen, den Hass von 150 Rekruten auf meinen Schultern zu haben – deshalb an dieser Stelle ein Respekt an meine “alten” Ausbilder.
Ich weiß nicht wie die kommende Zeit wird, aber es bin froh beim Bund zu sein/gewesen zu sein. Ich freue mich über jede neue Erfahrung und diese ist definitiv eine tiefschöpfende Erfahrung. Durch die strenge Disziplin übernimmt man einiges für sein eigenes Leben und zieht aus vielen Ausbildungen wertvolles für den Alltag/bzw. sein Leben.
Durch den Bund habe ich den wirklichen Sport entdeckt, der auch Spaß machen kann, wenn man ihn kontinuierlich und mit “einigermaßen” professionellem Equipment betreibt. Joggen kann mit einem MP3-Player, guten Laufschuhen und einem guten Trainingsanzug sehr viel Spaß machen. – Dieser Einschätzung war bislang bei mir anders. Aber das stundenlange Joggen macht Spaß und das Gefühl danach ist wirklich entspannend. Darüberhinaus ist es ein guter Ausgleich zum sehr schädigen Computer-“sitzen”.
An dieser Stelle an diejenigen die zum Bund müssen/sich es überlegen, mein Resümee:
Bund kann Spaß machen! Ich als Informatiker und 0-Sportler hat es auch geschafft. Es war hart aber es hat definitiv Spaß gemacht. Man lernt viel neues, muss aber auch einiges einstecken.
Jemand der sehr mit seinem Wohnort und der Familie verbunden ist, wird es anfangs sehr schwer haben. Aber jeder hat Heimweh und zusammen ist es nicht ganz so schlimm. Darüberhinaus muss man wissen, das es (auf jedenfall die 3 Monate) sehr diszipliniert sein wird.
Das schlimmste an allem ist aber die Schikane: Stundenlanges Reinigen von Waffen, Penible Kleidungsvorschriften sowie penibles Verhalten ist am Anfang schwer.
Wenn man sich aber sagt das man es sowieso machen muss, und das macht was einem Gesagt wird, hat man es nicht nicht ganz so schwer. Nach den ersten 3-4 Wochen wird es auch lockerer. Wenn die Ausbilder sehen das es so läuft wie es soll, dann stellen sie meist auch die Schikane etwas ein.
-> Macht die Erfahrung, es lohnt sich und macht Spaß!
Jetzt genieße ich meinen Sonderurlaub und verbringe etwas Zeit mit meinen Freunden und dem Programmieren/Computer/Technik
So far,
Dennis Alexander



Moin, Kamerad!
Erstmal frohes Neues und Glückwunsch zur Pommes!!!
Ansonsten muss ich Deinen Bericht über die Grundi loben!
Ein zwei Sachen hab ich aber vielleicht noch anzumerken:
1. Nicht jeder Ausbilder ist ein Arsch, oder fandest Du unseren OFw scheiße?
2. Waffenreinigen war doch noch ganz jovel… Am schlimmsten fand’ ich die große Jogging-Runde, HiBa und Stuben-/Spindkontrollen! Außerdem den permanenten Zeitdruck und Stress…
3. Zum Resümé: Ich würd’s mir (in meinem nächsten Leben) immer überlegen, ob ich zum Bund gehe oder verweigere… Luftwaffe geht grün, ebenso wie Sanis, Fernmelder, Logistik/Inst/Nachschub und ein paar andere Einheiten im Heer, zu der Marine hab ich keine Meinung. Wenn ich zu den Pios, Fallis oder PzGrennis soll, würde ich aber auf jeden Fall verweigern!
Aber genuch gemeckert, der Bericht ist erste Sahne und eine große Hilfe für “Bw-Anwärter”
Mir geht’s übrigens auch so, dass ich die AGA rückblickend als eine coole Zeit betrachte… Vielleicht liegt’s daran, dass man scheiß Erinnerungen verdrängt
Ich wünsche Dir auf jeden Fall noch viel Spass beim Bund und eine hoffentlich gemütliche Zeit in der Stammeinheit!
Wann fährst Du eigentlich wieder hin? Fänd’s super, wenn wir zusammen zur Kaserne führen!
Bis dahin kameradschaftliche Grüße und genieße noch Deine freien Tage!
Chris.
Danke für die netten Worte und deine Meinung bzgl. der AGA
Auch Dir ein frohes Neues und bis bald in der Kaserne!